Dresden zu Fuß
Ortsgruppe des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland FUSS e.V.

Vorplanung Gerokstraße - Blasewitzer Straße

Stellungnahme zur Vorplanung Gerokstraße/Blasewitzer Straße (V1870/17)

Dresden, den 06. März 2018

An die Stadtratsfraktionen der Landeshauptstadt Dresden und den Ortsbeirat Altstadt

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir begrüßen die von der Verwaltung vorgelegte Planung zur Sanierung des Straßenzuges Gerokstraße/Blasewitzer Straße.

Insbesondere die Herstellung barrierefreier Verkehrsanlagen weitgehend ohne Verbreiterung des Straßenraumes oder Verschmälerung der Seitenräume, der Erhalt der bestehenden Allee über weite Strecken und die Neugestaltung des Trinitatisplatzes sind im Sinne einer attraktiven Stadtgestaltung. Positiv hervorzuheben ist hinsichtlich der Verkehrssicherheit die Gestaltung der Anbindungen der untergeordneten Einmündungen, die nicht (wie bei verschiedenen bisherigen Sanierungen in Dresden) aufgeweitet werden, sondern die Notwendigkeit geringer Abbiegegeschwindigkeiten zum Schutz von FußgängerInnen verdeutlichen.

Großer Wermutstropfen der Planung sind die Bereiche am westlichen und östlichen Ende des Planungsgebietes, wo zahlreiche Bäume zugunsten der Flüssigkeit des Verkehrs (Trennung von motorisiertem Individualverkehr und Straßenbahn) gefällt werden. In der Vorlage wird zugesagt, dass im weiteren Verlauf der Planung geprüft werden soll, ob und in welchem Maße die Baumfällungen vermieden werden können. Wir hoffen, dass diese Prüfung mit einer hohen Priorität auf den Erhalt der städtebaulich bedeutsamen Einzelbäume (im Westen) bzw. Baumreihe (im Osten) erfolgt.

In vier Details sehen wir noch konkrete Verbesserungsmöglichkeiten:

• Eine Mittelinsel in der Verlängerung der Marschnerstraße anstatt der östlichen der dort vorgesehenen Sperrflächen einzurichten. Eine Querungsmöglichkeit für FußgängerInnen ist dort bisher nicht eingeplant. Die Sperrfläche wird jedoch – als Verbindung von den Hochschulen zum neuen Güntzareal, in dem auch Einzel-handel und Gastronomie vorgesehen ist – unweigerlich als solche genutzt wer-den. Zumal sich die Marschnerstraße im Güntzareal als Achse fortsetzt und die wenigsten FußgängerInnen den Umweg über die nächstgelegene Signalanlage wählen werden.

• Die Schaffung einer direkten Durchwegung von der Zöllnerstraße Richtung Haltestelle Trinitatisplatz (und damit einhergehend eine Erweiterung des Planungsumgriffs). Derzeit existieren dort mehrere „Trampelpfade“, die einen hohen Bedarf für diese Verbindung zeigen (vgl. Foto). Die existierende danebenliegende Verbindung ist nicht barrierefrei und wird ganz offensichtlich auch von Personen auf dem Weg von und zur Haltestelle nicht angenommen.

„Trampelpfade“ von der Zöllnerstraße Richtung Haltestelle Trinitatisplatz

„Trampelpfade“ von der Zöllnerstraße Richtung Haltestelle Trinitatisplatz (Blick Richtung Nordosten)

• Die Verbindung von der Dürerstraße zur Gerokstraße barrierefrei herzustellen. Auch dort zeigt der erkennbare „Trampelpfad“ den Bedarf für eine direkte, umwegfreie Verbindung. Ist deren Herstellung als regulärer Weg nicht möglich, so sollte zumindest der danebenliegende, bestehende Durchgang durch Austausch des Belags und Herstellung von Bordabsenkungen barrierefrei gestaltet werden.

Bestehende, nicht barrierefreie Verbindung von der Dürerstraße zur Gerokstraße

Bestehende, nicht barrierefreie Verbindung von der Dürerstraße zur Gerokstraße

Durchgang in der Verlängerung der Dürerstraße

Durchgang in der Verlängerung der Dürerstraße

• Die Gehwegbreite an der südlichen Haltestelle Trinitatisplatz sicherzustellen. Hier sollte die auch im weiteren Verlauf der Straße vorhandene nutzbare Breite von (mindestens) 2,50 m gewährleistet und dazu ggf. der Fahrgastunterstand sowie die vorgesehenen Fahrradbügel auf die südlich angrenzende Grünfläche verlegt werden. An mehreren Stellen in Dresden engen Fahrgastunterstände Gehwege ein. Dies ist hier u.U. vermeidbar, da der Fahrgastunterstand prinzipiell auf die an den Gehweg angrenzende Grünfläche verschoben werden kann. Auf der Nordseite dürfte diese Möglichkeit aufgrund des Denkmalschutzes der Platzanlage nicht gegeben sein.

Wir bitten Sie, diese Verbesserungsvorschläge zu berücksichtigen bzw. die Verwaltung mit der Prüfung der Umsetzbarkeit zu beauftragen.