Dresden zu Fuß
Ortsgruppe des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland FUSS e.V.

Bebauungsplan Neue Waldorfschule Niedersedlitz

Stellungnahme zum Vorentwurf des Bebauungsplans Nr. 6035 (Neue Waldorfschule, Niedersedlitz)

Dresden, den 27. Juli 2017

An: Stadtplanungsamt, Postfach 120020, 01001 Dresden

Sehr geehrte Damen und Herren,

beim vorliegenden Vorentwurf sehen wir aus Sicht des Fußverkehrs Bedarf für die Aufnahme weiterer Verbesserungen als Planungsziel. Dies betrifft zum einen die Breite der an die betroffenen Grundstücke anliegenden Gehwege, zum anderen die Schaffung sicherer Querungsanlagen für die Zuwegung zur Schule.

Breite der Gehwege

Im Entwurf ist die Verbreiterung des Gehweges an der Heinrich-Mann-Str. enthalten. Hier sollte gewährleistet werden, dass die festgestellte Breite voll und ganz dem Fußgängerlängsverkehr zur Verfügung steht. Der festgestellte Breitenbedarf muss dementsprechend um den Sicherheitstrennstreifen zwischen KFZ-Stellplätzen und Flächen des Fußverkehrs (0,75 m, vgl. RASt, Abschnitt 6.1.5) erweitert werden. Da die Stellplätze vor allem für den Hol- und Bringverkehr vorgesehen sind, ist mit einer regelmäßigen Inanspruchnahme des Sicherheitstrennstreifens durch geöffnete Autotüren in der Zeit der Spitzenbelastung des Gehweges (Beginn + Ende des Unterrichts) zu rechnen. Zudem sollte der Gehweg generell breiter angelegt werden.
Die festgestellten erhöhten Ansprüche an die Anlagen des Fußverkehrs entlang der Heinrich-Mann-Str. gelten auch für den an die Schule anliegenden Gehweg an der Erich-Kästner-St.. Schon aufgrund der dort gelegenen Bushaltestelle ist auch hier mit einem erhöhten Fußverkehrsaufkommen von und zur Schule zu rechnen. Zudem wird die Erich-Kästner-Str. verhältnismäßig stark durch KFZ genutzt. Entsprechend sollte auch die Verbreiterung des Gehweges an der nordwestlichen Seite des Planungsgebietes auf ebenfalls (mindestens) 3,0 m als Planungsziel mit aufgenommen werden.

Anlagen für den Querverkehr

Das Gebiet des Bebauungsplanes sollte nach Nordwesten (Erich-Kästner-Str. sowie Knotenpunkt Erich-Kästner-/Heinrich-Mann-Str.) erweitert und dort die Einrichtung von Querungshilfen als Planungsziel aufgenommen werden. Mit einem erhöhten Bedarf der Fahrbahnquerung durch Schüler_innen ist vor allem an drei Stellen zu rechnen:

• An der Haltestelle Kurt-Tucholsky-Straße über die Erich-Kästner-Straße
• Im Zuge der Heinrich-Mann-Straße über die Erich-Kästner-Straße (v.a. nordöstlicher Knotenpunktarm)
• Im Zuge des südöstlichen Gehweges der Erich-Kästner-Straße über die Heinrich-Mann-Straße.

An der Haltestelle Kurt-Tucholsky-Straße ergibt sich ein erhöhter Bedarf durch den Weg von der ÖV-Haltestelle sowie den nördlich gelegenen Wohngebieten zum geplanten Zugang an der nordwestlichen Seite der Schule. Dabei sollte auch geprüft werden, ob die Gefahr von an ÖV-Haltestellen typischen Unfällen, die durch das Überholen haltender Busse durch andere KFZ entstehen, durch eine linienhafte Querungshilfe verringert werden kann (vgl. RASt, Abbildung 102). Gerade Kinder und Jugendliche queren Fahrbahnen oftmals auch direkt vor oder hinter einem haltenden Bus. Zudem wird die beim Vorbeifahren an haltenden Bussen teilweise vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit durch KFZ kaum eingehalten.

Im Zuge der Heinrich-Mann-Straße ergibt sich ein Querungsbedarf als Verbindung zur gegenüber gelegenen Kindertagesstätte sowie zur nordwestlich gelegenen Endhaltestelle der Straßenbahn und der dahinterliegenden Großwohnsiedlung Prohlis. An dieser Stelle ist im Schülerverkehr auch mit einem erhöhten Radverkehrs¬saufkommen zu rechnen.

Bzgl. der Querung der Heinrich-Mann-Straße gilt die in der Erläuterung zum Vorentwurf angesprochene Gefährdung von Schüler_innen durch Hol- und Bringverkehr per PKW analog ebenso für Schüler_innen, die zu Fuß von Südwesten (LSA-gesicherter Knotenpunkt an der Dohnaer Straße, den dort gelegenen ÖV-Haltestellen sowie Kaufpark Dresden) entlang der Erich-Kästner-Straße zur Schule kommen. Entsprechend sollte auch im südöstlichen Knotenpunktarm der Kreuzung Erich-Kästner-/Heinrich-Mann-Straße eine Querungshilfe vorgesehen werden. Eine Mittelinsel kann an dieser Stelle zudem zu einer Reduktion der Geschwindigkeit abbiegender KFZ beitragen und damit die Verkehrssicherheit am Knotenpunkt insgesamt verbessern. Im Rahmen der Planung sollten diese Stellen hinsichtlich des Bedarfs an Querungshilfen überprüft und diese – bspw. in Form von Mittelinseln – berücksichtigt werden.

Mit fußverkehrsfreundlichen Grüßen

Frank Kutzner
Sprecher von „Dresden zu Fuß“
Ortsgruppe des Fachverbandes Fußverkehr Deutschland e.V.